Am 10. September 2011 wurde ein lang gehegter Plan in die Tat umgesetzt. „The Gospel Company“ machte sich auf den Weg nach Sylt, um ein Konzert in der Kirche St. Severin in Keitum zu geben.

Nach bangen NOB-Streik-Wochen reisten wir am Samstagvormittag ohne Komplikationen mit der Bahn nach Sylt. In Keitum wurden wir von unserer Chorschwester und Sylt-Kennerin Antje empfangen. Zu Fuß ging es zum „Café Nielsen“, wo wir uns mit Bauernfrühstück, Sauerfleisch, Labskaus und anderen Leckereien stärkten. Danach verstauten wir unsere Taschen im Pastorat und machten uns zu einem Spaziergang auf. Bei herrlichem Sonnenschein gingen wir am Wasser entlang in Richtung Munkmarsch. Viele Füße wurden von Schuhen und Socken befreit und im kühlen Nordseewasser erfrischt. Wieder beim Pastorat angekommen, machten wir es uns im sonnigen Garten bei Kaffee und Keksen gemütlich. Außerdem wurde mit Prosecco auf Sörens zurückliegenden Geburtstag angestoßen.

sylt01

Nach so viel Freizeitvergnügen und Entspannung wurde es dann aber langsam ernst. Wir mussten uns in unsere Chorkleidung werfen und uns einsingen. Einige Stücke wurden noch einmal angesungen, bevor wir dann zu Fuß zur Kirche St. Severin gingen. Dort mussten wir uns zunächst mit den gegebenen Platzverhältnissen anfreunden und schauen, dass wir im schmalen Altarraum eine vernünftige Aufstellung zustande brachten. Nachdem sich jeder auf seinem Stehplatz wohl fühlte, verließen wir die Kirche wieder, um die verbleibende Zeit bis Konzertbeginn im Sonnenschein zu verbringen. Währenddessen strömten die Gäste – vornehmlich Inselbesucher – zahlreich in die Kirche.

Als wir um 18 Uhr mit „Break into Songs of Joy“ in die Kirche einzogen, war diese sehr gut besetzt und die Besucher gingen gleich fröhlich mit unseren Songs mit. Nach unserem uralten Klassiker „Jesus Be A Fence“ sangen wir mit „Mamaliye“ und „Siyahamba“ zwei afrikanische Lieder. Ruhiger wurde es dann bei Stücken wie „Speak to My Heart“ und „You Raise Me up“. In Anbetracht des bevorstehenden 11. September, an dem sich die Anschläge auf das World Trade Center zum zehnten Mal jährten, sangen wir gemeinsam mit den Zuschauern „We Are The World“. Im anschließenden Fürbittengebet bedachte Pastorin Zingel die Betroffenen des Terrorangriffes von 2001. Aber auch die Leidtragenden in der näheren Umgebung wurden nicht vergessen. So kündigte Pastorin Zingel ab, dass die Spenden des heutigen Konzertes Menschen in Gelting zugute kommen sollten, die durch das Hochwasser ihr Hab und Gut verloren hatten. Wir zogen dann mit „Freedom Is Coming“ aus dem Altarraum aus und stellten uns mit den Spendenkörbchen im Vorraum als Spalier auf. Wir sangen, bis der letzte Besucher die Kirche verlassen hatte und brachen spontan in Jubel aus, weil dieses Konzert so geglückt war.

Beseelt gingen wir zurück zum Pastorat, wo wir uns mit belegten Brötchen noch einmal stärken konnten, bevor wir die Rückreise antreten mussten. Es entstand eine leichte Hektik, weil manch einer befürchtete, den letzten Zug zu verpassen und auf der Insel nächtigen zu müssen. Es kam schließlich doch jeder rechtzeitig am Bahnhof an und wir konnten entspannt nach Hause reisen. Von Ruhe oder gar Erschöpfung konnte aber eigentlich keine Rede sein – bei Prosecco und Skat war es noch einmal so richtig laut im Zug…

Wiebke Beyersdorf

Ein sonniger Tag auf Sylt

Beitragsnavigation